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Lärmbelästigung durch Schienenverkehr in Berlin

Lärm gehört zum Großstadtleben dazu! Die Bundeshauptstadt Berlin macht hierbei keine Ausnahme. Erst über die letzten Jahre wird dank wissenschaftlicher Untersuchungen deutlich, welchen Einfluss der permanente Geräuschpegel großer Städte auf Körper und Psyche der Anwohner hat. Neben Schlafstörungen von Anwohnern vielbefahrener Straßen bedeutet Lärm fortwährenden Stress. Körper und Geist finden keine Möglichkeit zur echten Entspannung. Nicht zuletzt wegen dieser fundierten Erkenntnisse gehen Städte wie Berlin aktiv gegen den Großstadtlärm vor, wobei modernste Technik den Lärmpegel des Schienenverkehrs positiv beeinflusst.

 

Lärmreduktion durch geringere Reibung im Straßenverkehr

Züge und S-Bahnen nehmen einen wesentlichen Teil im öffentlichen Personenverkehr der Bundeshauptstadt ein. Die Fahrt auf Schienen ist seit jeher mit Lärm durch Reibung der Räder verbunden. In Großstädten wie Berlin breitet sich dieser Krach auf engstem Raum zu Wohnhäusern oder Geschäftsstraßen aus. Da in der Stadt viele Linien 24 Stunden pro Tag fahren, ist für Anwohner kaum an einen ruhigen Nachtschlaf zu denken.

Das Problem der Lärmbelästigung wurde bereits vor gut einem Jahrzehnt politisch thematisiert. Mit der Umsetzung des Lärmminderungsplans durch das Eisenbahnbundesamt wurde im Jahre 2008 begonnen. Kommt es seitdem zu grundlegenden Änderungen von Gleisbetten oder zum Neuverlegen von Schienen für Züge, S-Bahnen & Co., sind die neuen Auflagen der Verkehrslärmschutzverordnung zu beachten. Bei älteren Strecken kann während der Fahrt nur durch die Fahrzeuge selbst Einfluss auf die Geräuschkulisse genommen werden.

 

Selbstschmierende Gleitlager als technischer Lösungsansatz

Für die Lärmreduktion der Bahnen sind Gleitlager ein wesentlicher Anhaltspunkt und zum baulichen Standard geworden. In neuen Schienenfahrzeugen selbstschmierend verbaut, verringern sie die Reibung des Rades auf Schienen oder sonstigen Fahrspuren. Die reduzierte Reibung sorgt für einen sinkenden Geräuschpegel, wobei sich die dämpfende Wirkung gerade bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar macht. Hierneben sind selbstschmierende Gleitlager auf die widrigen Bedingungen und hohen Belastungen des Umfeldes ausgelegt, um über Jahre hinweg einen sicheren Transport aller Passagiere zu gewährleisten.

Neben ihrem Einfluss auf die Geräuschkulisse der Fahrzeuge verringern selbstschmierende Gleitlager Vibrationen während der Fahrt. Dies verhindert einen vorzeitigen Verschleiß der eingesetzten Fahrzeugteile, außerdem wird das Fahrverhalten ruhiger und somit für alle Passagiere komfortabler. Der Einsatz von Gleitlagern ist nicht nur für das Fahrwerk interessant, die Komponenten werden auch in Drehgestellen, Türöffnungssystemen oder für Scharniere im Fahrgastbereich verbaut. Während Bahnlager schon vor Jahrzehnten eingesetzt wurden, hat sich die Technologie stetig weiterentwickelt und zeigt in der Geräuschreduktion von Fahrzeugen eine bislang unterschätzte Stärke.

 

Positive Auswirkungen seit wenigen Jahren

Dass die Lärmreduktion von Schienenfahrzeugen auch anders funktioniert und hierbei oft teuer ist, beweist die alltägliche Praxis in der Bundeshauptstadt. Bei der S-Bahn-Linie S7 im Herzen von Berlin wurde 2015 ein längerer Streckenabschnitt mit einem speziellen Fahrzeug abgeschliffen. Der gewünschte Effekt einer Lärmreduktion trat ein, jedoch zu Kosten in einem mittleren fünfstelligen Eurobereich.

Der Einsatz von Gleitlagern ist hingegen wartungsfrei mit einer extrem langen Lebensdauer, der keinen Schaden an den Schienen anrichtet und ihre Materialqualität nicht wie beim Abschleifen mindert. Durch die Schleifmaßnahme wurde die Geräuschkulisse um neun Dezibel reduziert, mit Gleitlagern sind häufig deutlich höhere Werte erreichbar. Es verwundert nicht, dass beim Bau moderne Züge und Bahnen daher bevorzugt auf eine zeitgemäße Lagertechnik zurückgegriffen wird.