Flugroutenstreit für Berlin Schönefeld geht in die zweite Runde – Beratung über neue Flugrouten

Flugroutenstreit: Hauptstadtflughafen steht weiterhin im Kreuzfeuer. Der neue Flughafen in der deutschen Hauptstadt hat längst schon den Beinamen „Pannenflughafen“. Aufgrund der enorm gestiegen Kosten beim Bau des Großprojektes und der wiederholten Verzögerung bei der Eröffnung von BER sorgt der Flughafen für ausreichend Schlagzeilen. Schier endlos scheint auch der Streit um die geplanten Flugrouten zu sein. Nun hat das zuständige Oberverwaltungsgericht für neuen Zündstoff gesorgt.

Geplante Flugrouten teilweise gekippt

Es war bereits das dritte Mal, das die Richter des Oberverwaltungsgerichtes über Klagen von Anwohner und Interessenverbänden zu entscheiden hatten. Im Mittelpunkt stehen die geplanten Routen, die an- und abfliegende Flugzeuge bei Tag und Nacht nehmen sollen. In zwei vorherigen Instanzen hatten die Richter den Planern der deutschen Flugsicherung noch recht gegeben und die Klagen zurückgewiesen. Nun durften sich die Kläger zumindest über einen Teilerfolg freuen. Da es sich um geplante Routen handelt, müssen sich Reisende über aktuelle Buchungen in Reisebüros oder auf Plattformen wie diesen keine Sorgen machen. Geplante Flüge über den Ort Blankenfelde-Mahlow sind in der Nacht nicht zulässig, so das Urteil der Richter. Die Gemeinde mit 30.000 Einwohnern liegt in unmittelbarer Nähe des neuen Flughafens und sei damit an 365 Tagen im Jahr direkt vom Fluglärm betroffen. Das sah auch der Richter Roger Fieting so, in seinen Augen ist es „unstreitig, dass wir hier oberhalb der Zumutbarkeitsschwelle liegen.“ Starts in der Nacht wurden daher verboten, am Tag allerdings dürfen die Flugzeuge direkt über den Ort fliegen.

Kritik von der BAF

Kein Verständnis für die Entscheidung der Richter hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung. Es gebe keine Alternativen zu den festgelegten Flugrouten, bereits in der Vergangenheit wurden alle anderen Optionen versucht. Unklar ist auch, was die Folgen der Gerichtsentscheidung sind.

Das ausgesprochene Nachtflugverbot erfordert es nun, das alternative Routen in der Nacht gefunden werden. Betroffen davon könnten die südlichen Gemeinden von Berlin sein. Bisher hielten sich Bürgerinitiativen aus Großbeeren oder etwa Teltow zurück. Ein neuer Konflikt sei aber nicht ausgeschlossen, sollten sich die Gemeinden unverhältnismäßig belastet fühlen.