Richtlinien und Anforderungen an Löschwasserrückhalteanlagen

thomas-löschwasserbarriere-02Bei einem Störfall kann schnell und ungehindert mit Schadstoffen kontaminiertes Löschwasser in die Umwelt gelangen. Im schlimmsten Fall sickert das Löschwasser in die Erde und verunreinigt das Grundwasser. Um solche Katastrophen zu verhindern, wurden Löschwasserrückhalteanlagen entwickelt. Führender Hersteller und Installateur für Löschwasserrüchhalteanlagen ist www.thomas.biz. Dabei gelten bestimmte Anforderungen und Richtlinien.

Welche Firmen sind auf Löschwasserrückhalteanlagen angewiesen?

Ein Unternehmen, das wassergefährdende Stoffe lagert, ist laut der Löschwasserrückhalterichtlinie (LöRüRL) verpflichtet, eine entsprechende Rückhalteanlage einzubauen. Allerdings erst ab einer festgelegten Menge an wassergefährdenden Stoffen und je nach Abhängigkeit der in der LöRüRl festgelegten Wassergefährdungsklasse.

Wassergefährdungsklasse 1
Ab 100 Tonnen pro Lagerbereich

Wassergefährdungsklasse 2
Ab 10 Tonnen pro Lagerbereich

Wassergefährdungsklasse 3
Ab 1 Tonne pro Lagerbereich

Dabei gehören zu den schwach wassergefährdenden Klassen vor allem Essigsäure, Schwefelsäure und Natronlauge. Der Wassergefährdungsklasse 2 werden beispielsweise Heizöl und Formaldehyd zugeordnet wohingegen zur Wassergefährdungsklasse 3 Ottokraftstoffe und Benzol gehören.

Im Gegensatz zu den wassergefährdenden Stoffen sind bei Druckgasen oder auch organische Peroxiden keine Löschwasserrückhalteanlagen verpflichtend. Selbst bei radioaktiven Stoffen gibt es diesbezüglich keine Vorgaben.

Welche Anforderungen gelten an Löschwasserrückhalteanlagen?

thomas-löschwasserbarriere-01Löschwasserrückhalteanlagen müssen die Bestimmungen der LöRüRl erfüllen. Gemäß der Richtlinie gelten beispielsweise spezielle Vorgaben bei der Volumengröße der Auffangräume und damit auch der Höhe und Breite der Löschwasserrückhaltewände.

Darüber hinaus ist der Betrieb verpflichtet, ein Löschwasserrückhaltekonzept auszuarbeiten und dieses in die betriebliche Gefahrenabwehr zu integrieren. Dadurch sollen Unternehmen im Ernstfall schnell reagieren können. Neben dieser Anforderung gibt es noch weitere Richtlinie.

Zum Beispiel möchte die Chemieindustrie mit der neu entwickelten VCI-Richtlinie einen einheitlichen Standard für Löschwasserrückhalteanlagen einführen. Daneben gibt es auch Bestimmungen in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten wie die SEVESO-II-Richtlinie oder die in Deutschland existente VdS Richtlinie.

Die Löschwasserbarrieren müssen vor allem  so konstruiert sein, dass sie in eingesetztem Zustand gegen Auftrieb gesichert und abgedichtet sind. Selbst bei mehrmaliger Betätigung darf es zu keinen Undichtigkeiten kommen. Handelt es sich um manuell einsetzbare Barrieren, müssen diese schnell einsetzbar sein und mit wenig Handgriffen installiert werden können.

Wie funktioniert eine Löschwasserrückhalteanlage?

Bei Löschwasser-Rückhalteanlagen handelt es sich um offene oder geschlossene Becken oder Gruben, die dazu bestimmt sind, kontaminiertes Löschwasser bis zum Zeitpunkt der ordnungsgemäßen Entsorgung aufzunehmen. Dabei können grundsätzlich zwei Arten unterschieden werden: Selbsttätige bauliche System und nicht selbsttätige Systeme.

Nicht selbsttätige Systeme
Mobile und stationäre Systeme
Festsetzbare Löschwasserbarrieren
Von Hand eingesetzte Schutzwälle
Aufblasbare Dichtkissen

Selbsttätige Systeme
Löschwasserrückhaltebecken
Leerstehende Tanks und Auffangräume
Automatisch runterfahrbare Löschwasserbarrieren
Automatisierte Löschwasserschranken

Als Löschwasserbarrieren bezeichnet man Auslaufsperren, das Auslaufen von verunreinigtem Löschwasser aus Durchfahrten und Durchgängen verhindern.

Fazit: Bei Löschwasserbarrieren gelten lediglich Mindestanforderungen

Die bauaufsichtlich eingeführte LöRüRL stellt lediglich Mindestanforderungen an die Löschwasserrückhaltung. Sie findet jedoch keine Anwendung bei Anlagen zum Abfüllen, Umschlagen oder Herstellung wassergefährdender Stoffe. Daher sind Unternehmen zum großen Teil selbst verantwortlich für den Schutz der Natur und die Sicherheit der Bevölkerung.