Archiv für den Monat: März 2007

Rassistische Literatur in den öffentlichen Bibliotheken Berlins

Öffentliche Bibliotheken Berlins bieten den Lesern eine Reihe von Ausgaben des Philosophischen Wörterbuchs von Walter Brugger:

https://www.voebb.de

Daß dieses sogar noch in der Ausgabe von 1998 hochgradig rassistisch ist, belegen einige Zitate, die dort unter dem Stichwort „Rasse“ zu finden sind:

“Für die Philosophie bedeutsam ist die Anwendung auf den Menschen. Eine biologische Menschenrasse ist eine Menschengruppe, die in den allen Menschen gemeinsamen, aber noch unbestimmten Merkmalen (wie Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe, Körpergröße, Körperform, Kopfform usw) eine gemeinsame, auf Abstammung beruhende, von anderen Gruppen sich abhebende, konkrete Artung zeigt (zB helle Haut, helle Augen, blonde Haare, hoher Wuchs, schlanke Form, langen Kopf).”

“Verbunden mit diesen biologischen Merkmalen ist jeweils auch eine im Leib-Seele-Verhältnis des Menschen begründete seelische Artung, die von der Rassenpsychologie erforscht wird. Das Menschengeschlecht tritt also in einer Vielfalt von Rassen auf, die zusammen erst die Idee des Menschen zur konkreten Erscheinung bringen. Es kann nicht geleugnet werden, daß die einzelnen Rassen in bezug auf gegebene Kulturziele (wie Wissenschaft, Kunst, Staatenbildung ua)
verschieden sind. Eine Bewertung fremder Rassen setzt jedoch immer einen für allen gültigen Maßstab voraus, der vieles als bloß verschiedenartig erweist, was dem in der eigenen Art befangenen Auge als verschieden- oder gar minderwertig erscheint. Die Geistnatur der Seele schließt es aus, daß die Unterschiede der Rassen bis an die letzten Wurzeln des Menschseins gehen.”

“Auch für Angehörige verschiedener Rassen ist der logisch identische Bezug auf dieselben Gesetze des Denkens, Seins und Sollens möglich, wenngleich der erlebnismäßige Nachvollzug seelischer Akte für einen Fremdrassigen oft schwer oder unmöglich ist. Von einer Rassenseele kann man nur im Sinne einer rassisch bedingten psychischen Ähnlichkeit, nicht im Sinne einer übergreifenden psychischen Wesenheit sprechen.
Das Streben nach Erhaltung der eigenen Art ist wohlbegründet und der Natur gemäß. Nicht alle Rassenverbindungen bedeuten jedoch eine Schädigung des rassischen Erbgutes. Es können sich dabei die rassischen Anlagen harmonisch ergänzen (verwandte Rassen) oder miteinander im Widerstreit liegen (Fremdrasse).”

Zu den Literaturhinweisen gehören übrigens die Titel „Geist und Blut“ sowie „Rassenforschung und Volk der Zukunft“, beide in der NS-Zeit erschienen.