Nachdem sich beim SPD-Sonderpateitag am Samstag schon deren Vertreter fast einstimmig (eine Gegenstimme bei rund 200 Delegierten) für die Annahme des Koalitionsvertrages ausgesprochen und damit einer Fortführung von Rot-Rot in der Hauptstadt zugestimmt hatten, votierte am gestrigen Sonntag auch der alte und neue Koalitionspartner dafür. Auf dem Landesparteitag der Berliner Linkspartei im Rathaus Schöneberg stimmten 83,5 Prozent der rund 130 Delegierten für die Annahme der ausgehandelten Koalitionsvereinbarung. Neben den 111 Ja-Stimmen gab es jedoch auch 11 Gegenstimmen, weitere 11 Delegierte enthielten sich ihrer Stimme. Das Ergebnis spiegelt die Umstrittenheit des Koalitionsvertrages sowie die Skepsis bei so manchem in der Linken wieder, durch das Spardiktat per Karlruhe-Urteil könne sich die Linkspartei.PDS dem von SPD-Seite ausgeübtem Druck zu Einschnitten auf die Dauer nicht entziehen und würde so an Profil und wohl auch an Zustimmung verlieren. Zwar hatten sich viele Spitzenpolitiker der Linkspartei auf dem Parteitag für die Koalition ausgesprochen, doch gab es mit Oskar Lafontaine, WASG-Vorstand und Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, auch eine gewichtige Stimme, die von der Koalition abriet. Sein Kollege in der Fraktionsführung, Gregor Gysi, vertrat dagegen die Ansicht, dass es in Berlin keine Alternative gebe, wenn man eine soziale Politik in der Stadt umsetzen wolle. Auch Lothar Bisky, Bundesvorsitzender der Linkspartei.PDS, äußerte sich in diese Richtung als er sagte, im ausgehandelten Koalitionsvertrag erkenne er seine Partei durchaus wieder._
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Den Literaten und Leseratten dürfte wahrscheinlich nicht entgangen sein, dass am gestrigen Sonntag in Berlin der Heinrich-von-Kleist-Preis verliehen wurde. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr der Schriftsteller Daniel Kehlmann. Er erhielt die von der Kleist-Gesellschaft vergebene und mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen einer Matinee-Veranstaltung im Berliner Ensemble. Der 31 Jahre alte Kehlmann dürfte bei vielen Lesern durch die zuletzt von ihm erschienenen Bücher „Ich und Kaminski“ sowie „Die Vermessung der Welt“- einer Geschichte zur Entstehung der modernen Wissenschaft um die Forscher Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß- noch in Erinnerung sein, mit denen er auch international großen Erfolg hatte.
Kehlmann habe mit seinen letzten Büchern nicht nur große Erfolge gehabt, sondern habe darüber hinaus auch „große Bücher“ geschrieben. Mit der Vergabe des diesjährigen Kleist-Preises an den geborenen Münchner und heutigen Wiener sollten Kehlmanns epische Werke Auszeichnung finden, da sie „sich ebenso spielerisch wie humorvoll in naturwissenschaftlichen und philosophischen Wissengebieten bewegen”.
Die vom Autor, dessen Werk immerhin schon rund ein Dutzend Romane und Erzählungen umfasst, erschienenen Bücher wurden weltweit sogar schon in etwa zwölf Sprachen übersetzt.


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