Berlin-Blog: Das Weblog von Berlinern für Berliner

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Mi
15
Nov '06

Berlin soll den Rotstift spitzen

Auch nach dem Treffen von „Wowi“ Wowereit und „Angie“ Merkel am Montag hat sich für die Stadt nicht viel verändert.
Das hoch verschuldete Berlin muss seine eigenen Sparanstrengungen deutlich intensivieren!
Diese Meinung vertritt zumindest der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, Otto Fricke, von der FDP (na, wer hätte das gedacht?).
Nur in diesem Fall wären sowohl der Bund als auch die Länder bereit, der angeschlagenen Hauptstadt mit zusätzlichen finanziellen Unterstützungsleistungen unter die Arme zu greifen, so Fricke am Dienstag gegenüber dem Inforadio des rbb. Ach ja, Berlin müsse konkret etwas tun, fiel Fricke zum Thema auch noch ein. Selbst wird er jedoch wenig konkret. Außer der Tatsache, dass Fricke den möglichen(!) Einstieg eines privaten Investors beim Flughafen Tempelhof (um diesen zu einer Luxusklinik mit angeschlossener Privatlandebahn umzubauen!) begrüßt, hält sich Fricke mit konkreten Einsparvorschlägen vornehm zurück. Mal davon abgesehen, dass das Land Berlin den Flughafen Tempelhof schon längst stilllegen wollte, dies aber nach Protesten auch von Frickes Kollegen aus dem Bundestag wieder verwarf und so weiter die Kosten trägt, wo sollte Berlin denn nach Meinung Frickes noch sparen? Gegenfrage: Warum wehrt sich denn der Bund gegen die Übernahme bspw. der Staatsoper oder der Finanzierung des Humboldt-Forums? Oder warum leisten wir uns mit Bonn noch immer eine zweite kleine Hauptstadt, als so ziemlich einziges Land in Europa. Die Devise lautet also: Spare, schichte um, streiche, schließe, teil-privatisiere, veräußere was so geht, dann gibt’s als Belohnung irgendwann auch wieder etwas Geld, und wenn du Glück hast, haben dich die Bürger ob der Einschnitte noch nicht mal aus dem Amt gewählt. Aber vielleicht will man auf Seiten des Bundes und der anderen Länder auch letzteres erreichen?
Dort kann man es vielleicht nicht ertragen, dass, um Wowis Spruch „arm aber sexy“ aufzugreifen, die Hauptstadt trotz ihrer „Armut“ für viele Menschen trotzdem noch „sexy“ ist. Doch per Sparzwang würde die Stadt wohl ihr „sexy“-Image verlieren, und wir wären nur noch eins: arm! Nichts aber.

Berliner machen mäßig Müll

Endlich taucht mal wieder eine Statistik auf, bei der sich der Otto Normalhauptstädter freuen dürfte, sein schönes Berlin nicht auf den oberen Rängen zu finden. Nach Auswertung der Abfallstatistiken der 50 größten deutschen Städte wurde jüngst festgestellt, dass die Einwohner keiner anderen deutschen Großstadt, so viel Müll produzieren, wie die in Köln. Damit verursacht laut einem Bericht des Magazins „Men`s Health“ (ja ich weiß, was für `ne Quelle, aber der Autor hat die Meldung dem ARD-Teletext entnommen!) jeder einzelne Kölner im Jahr einen Abfallberg von 371 kg. Unter den größten Müllproduzenten finden sich zudem noch die Hamburger (um keine gewollten Missverständnisse aufkommen zu lassen, hier sind nicht Mc Donalds, Burger King und Co. gemeint, sondern die Einwohner der Stadt) mit 368 kg pro Kopf und die Gelsenkirchener mit 349kg. Wir hier in Berlin liegen mit 278 kg pro Nase oder sollte man lieber sagen pro (Berliner) Schnauze im Mittelfeld, meiner Meinung nach für die Zukunft noch mit Spielraum nach unten. Damit würden wir Berliner einen Trend fortsetzen, der sich glücklicherweise schon über einige Jahre beobachten lässt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Berlin (online: www.statistik-berlin.de ), wo man das Volumen der öffentlichen Abfallbeseitigung dokumentiert, fielen noch 1996 in Berlin 1405,0 (alle Werte in 1.000 t) Müll bzw. gemischte Siedlungsabfälle, wie es in der Statistik heißt, an, in 2000 waren es noch 1157,7 und 2004 schließlich noch 960,1. und da geht bestimmt noch was. Den letzten Platz und damit „gewonnen“ hat, wie könnte es auch anders sein, die deutsche Öko-Hauptstadt Freiburg i.Breisgau, wo jeder Einwohner nur 137 kg Müll fabriziert. Respekt, liebe Freiburger, aber wenn wir so weitermachen wie bisher, heißt es: Watch out!