Berlin-Blog: Das Weblog von Berlinern für Berliner

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Mi
8
Nov '06

Wer will mal den Steinbrück sehn…

Der muss ja eigentlich nur Nachrichten, Christiansen oder in die Bild und verwandte Organe sehen. Das ist in dem Fall auch nicht gemeint, denn Peer Steinbrück, seines Zeichens gerade für die Rolle des Finanzministers am Regierungstheater engagiert, stellt sich am heutigen Mittwoch persönlich vor. In der Reihe “Globalisierung und Soziale Demokratie-Hochschuldialoge 2006/2007″ stellt er sich heute ab 18.15 Uhr im Hörsaal MA 004 an der TU Berlin (Straße des 17. Juni 136, U-Bahn: Ernst-Reuter-Platz) unter der Überschrift „Hat die soziale Marktwirtschaft eine Zukunft?“ einer Diskussion mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Peter Bofinger (Uni Würzburg). Veranstalter sind zum einen die Juso-Hochschulgruppe, zum anderen das Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie.
Spannender als die ewig gleichen Verzichtsappelle Steinbrücks, der ja gern mal mit guten Ratschlägen a la `Urlaubsverzicht für Deutsche um Mehrausgaben für Gesundheit und Rente zu leisten` medial zu glänzen versucht, dürfte bei diesem Gespräch die Position von Peter Bofinger sein. Er gilt als der führende Vertreter der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik in Deutschland und nimmt damit eine Außenseiterposition ein, denn die meisten Ökonomen dieses Landes haben sich der Angebotsorientierung verschrieben.
Im März 2004 ist Bofinger auf Empfehlung der Gewerkschaften in den „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, oft auch als „Rat der Wirtschaftsweisen“ bezeichnet, berufen worden. In seinen Stellungnahmen, Interviews und Veröffentlichungen betont er seither immer wieder, dass in Deutschland die Nachfrageseite zu stark vernachlässigt und auch die Symbiose zwischen Nachfrage und Angebot nicht genügend beachtet werde. Ob Steinbrück nach dieser persönlichen Lehrstunde in Sachen Wirtschaftspolitik etwas dazugelernt haben wird, darf bezweifelt werden. Dennoch können alle interessierten Zuschauer zumindest live mitansehen, wie er sich den Vorschlägen Bofingers geschickt zu entziehen sucht. Wenn das nichts ist…

„One World Berlin“ – klingt irgendwie gut, oder?

Ein weiteres, ebenfalls in Kürze in unserer schönen Hauptstadt stattfindendes und meiner Meinung nach recht interessantes Filmfestival heißt „One World Berlin – Filmfestival für Menschen und Medien“ und wird uns in der Zeit vom 16. bis zum 22. November dargeboten. Es wird von EYZ Media in Zusammenarbeit mit zahlreichen Menschenrechtsorganisationen und –initiativen wie amnesty international oder Human Rights Watch veranstaltet und findet in diesem Jahr erst zum dritten Mal statt. Darüber hinaus ist es eine Kooperation mit dem One World Festival in Prag, welches inzwischen schon auf eine achtjährige Geschichte zurückblicken kann.
In den vergangenen beiden Jahren besuchten jeweils mehr als 3.000 Menschen die Berliner Ausgabe des Events, dieses Jahr darf es natürlich auch gern etwas mehr sein. Das Festival will sich in der vor uns liegenden Ausgabe mit Auswahl der Schwerpunktthemen „Gesundheit als Menschenrecht“ und „Philosophie der Menschenrechte“ sowie „Muslime in Europa-ein kultureller Dialog“ diesen Themen in besonderer Weise widmen. Durch die internationalen Medienprogramme mit anschließenden Podiumsdiskussionen werden nicht nur die Menschenrechtssituation in der Welt dokumentiert, sondern auch Hintergrundinformationen und Kontext zu aktuellen Entwicklungen geliefert sowie dem Einzelnen zudem gezeigt, wie er sich für die Sache der Menschenrechte einsetzen kann.
Da die Festivalbeiträge auch untertitelt werden und die Spielorte barrierefrei sind, kann ein möglichst breiter Kreis interessierter Zuschauer der Veranstaltung beiwohnen. Alle weiteren Informationen zum Programm und dem ganzen Drumherum finden sich unter:
www.oneworld-berlin.de