Archiv für den Monat: November 2005

Bloodhoundgang

Achso, muss ich auch noch mal kurz angeben. Ich war nämlich am Sonnabend bei nem Konzert von Bloodhoundgang im Huxley´s Neue Welt. Ich muss sogar gestehen, dass ich mich dort amüsiertechnisch recht wohlgefühlt habe. Dass die Typen ne lustige Show abziehen war mir von vornherein klar, aber rein vom musikalischen her, hatte ich so meine Zweifel. Unbegründet wie sich herausstellte. Ich muss neidlos anerkennen, dass die Jungs rocken und viele verschiedene Stile ziemlich originell vereinigen können.
Die Bühnenshow war natürlich auch sehr, sagen wir mal, extravagant. Dem Publikum wurden neben entblößten Ärschen und Schwänzen, auch diverse Körperinhalte wie Lulu und Kotze als nichtwegzudenkende Bühnenelemente präsentiert. Support der Bloodhoundgang waren die japanische Punkband Electric Eel Shock, die wir leider verpasst haben.

Noch Karten für die Visions?

War am Wochenende wie schon angesprochen auf dem Visions Festival, war echt geil gewesen. Schon auf dem Weg dahin ham wir uns fast kaputtgelacht. Wir so Platz der Luftbrücke ausse U-bahn gestiegen, da treffen wir nen älteren Mann, der uns ernsthaft fragte, ob wir noch Karten für die „Visions“ haben wollen. Haben wir natürlich nee gesagt, und laut gelacht. War zwar gehässig aber lustig. Der gute Mann muss nämlich gedacht haben, dass auf dem Konzert ne Band namens „Die Visions“ spielen sollte. Naja egal. Das Festival war auf jedenfall hammergeil! Das einzige was ich nicht verstanden habe, war dass ne Band namens Mando Diao Headliner vor Life of Agony und Turbonegro war. Naja egal immer noch besser als die Puhdys.

Heute Visionsfestival in der Columbiahalle

Hurra, hurra heute ist es soweit. Life of Agony und Turbonegro, und noch son paar andere Bands die weil sie neben den Headlinern fast winzig wirken würden, an dieser Stelle nicht genannt werden können, spielen live in der Columbiahalle.
18:00 gehts los. Also alle hinkommen und zu schöner Musik tanzen. Alle die Karten haben können unbesorgt hingehen. Die dürfen nämlich rein!

Palast der Republik

Am Freitag den 25.11. findet eine einmalige Benefiz-Party für den Erhalt des Palast der Republik in der Palast-Lounge statt.

„RESIST“ – Einlass ist ab 20°°h

Ein breitgefächertes Line-Up verspricht zwischen electrobeats, breaks, grime und drum and bass viel für die Ohren und Augen:

Rico Loop
Niobe
Bruder & Kronstädter
Alec Empire
DJ Monoram
DJ Politone
DJ Shaban
DJ Shadetek
Adamatics (live)
Mc Sufferah
MC Massiw le Ghaza
VJ Tofa & VJ FMMF
Cinemata VJs
VJ Fabian Knecht

Leckere Souvenirs

Hab gerade gelesen, dass Kekse, die so aussehen wie Berliner Wahrzeichen bei Touristen der absolute Renner sind. Ein großes Wahrzeichen von Berlin, insbesondere den Bezirken Friedrichshain und Prenzlauer Berg ist die sorgfältig platzierte Hundekacke. Auf die Idee diese keksmäßig nachzubilden und als Souvenir zu verkaufen, ist komischerweise noch keiner gekommen.

Coole Punks

Letztens in der Rosenthalerstraße war ich mit ner Freundin unterwegs, da kamen uns zwei Punker entgegen und fragten uns völlig unkompliziert: „Ey ihr hübschen habta mal ne Eurone?“. Da wir wirklich total pleite waren mussten wir entgegnen: „Nee ey echt nich, tut mir wirklich leid!“ Das wiederum tat den Punks leid, und so gaben sie uns nen Euro. Verrückt was?

Linkspartei.PDS gegen Studiengebühren?

Ich bin der Meinung, dass sich die Linkspartei.PDS in puncto Regierungsanspruck kaum von anderen Parteien unterscheidet. Um im finanziell ruinierten Berlin einigermaßen gut da zu stehen, wird sie auch bei der Einführung von Studiengebühren entgegen ihres Programms handeln.

Studiengebühren bis 2008?

Wie Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) dem Tagespiegel mitteilte, rechne er damit, das Berlin bis spätestens 2008 Studiengebühren eingeführt habe. Weil unionsgeführte Länder in jedem Fall bis 2008 Gebühren einführen, stünde Berlin unter „Zugzwang“, da die Universitäten der Stadt mit einem enormen Studentenansturm rechnen müssten, so Sarrazin.
Fraglich ist ob der Koalitionspartner Linkspartei.PDS, der bislang Studiengebühren und Studienkonten ablehnt, bei dem Vorhaben mitzieht.

Bombendrohung in Kreuzberg

Heute Morgen ging bei der Polizei eine Bombendrohung ein. Ein Mann dessen Wohnung um 9 Uhr zwangsgräumt werden sollte gab an, dass er bei Betreten durch Vollstreckungsbeamten oder der Polizei Sprengsätze zünden würde. Nachdem besagte Wohnung gestürmt wurde, stellten sich die vermeintlichen Sprengsätze als Attrappen heraus. Nach dem Mann wird derzeit gefahndet.

Greenpeace Aktion

Heute Vormittag haben Greenpeace – Aktivisten mit einer Protestaktion vor der finnischen Botschaft, auf die Vernichtung der letzten finnischen Urwälder aufmerksam gemacht. Vor dem Botschaftsgebäude haben die Demonstranten rund 15 Kubikmeter Astwerk aus einem abgeholzten finnischen Urwald gestapelt. Von der Abholzung, welche von der finnischen Regierung genehmigt wurde sind neben der Natur, die Ureinwohner Finnlands, die so genannten Sami betroffen.

Sanatorium 23

Vor kurzem hat in Berlin das Sanatorium 23 seine Pforten geöffnet. Da ich davon im Radio gehört habe, habe ich mir gedacht, dass ich da mal hingehen sollte. Bin ich dann auch.
Die in den Stalinbauten der Frankfurter Allee eingerichtete Themen-Kneipe erinnert mit Form und Ausstattung an ein Sanatorium der 50iger Jahre.
Täglich wechselnde DJ – Sets mit lustigen medizinischen Namen wie Infusion, Rehabilitation und Einlauf, sorgen mit Dub- und Ambientbeats auch akustisch für Atmosphäre.
Die Preise sind natürlich schon ein klein wenig gesalzen, aber nichtsdestotrotz hat es mir und meinen Freunden ganz gut gefallen.

Röyksopp in Berlin

Heute Abend ab 20 Uhr ist das norwegische Elektropop Duo (hoffentlich schimpft keiner wegen der Bezeichnung) Röyksopp zu Gast im Postbahnhof am Ostbahnhof.
In ihrem letzten Album „Melody A.M.“ zeigten sie eindrucksvoll, was man jenseits des Nordpolarkreises für schöne Musik basteln kann, wenn man sich die Zeit der Polarnacht vertreiben muss.
Mit ihrem neuen Album „The Understanding“ im Gepäck, zeigen Svein Berge und Torbjorn Brundtland heute, dass sie es auch live drauf haben.

Letztens am Alexanderplatz

Letztens am Bahnhof Alexanderplatz musste ich eine erschreckende Feststellung machen.
Da ich noch Zeit hatte, wollte ich mir diese an der hübsch gestalteten Modelleisenbahn vertreiben. Mit ein wenig Kleingeld (Wat heißt ein wenig? – 50 Cent pro Zuch!) kann man da die Züge fahren lassen. Genau das tat ich. Ich war gerade so schön am Staunen da fiel mir ein fürchterliches Detail auf, was mich sofort aus meinem idyllischen Traum hochschrecken ließ. Der kleine Straßenfeger der so hübsch den Dorplatz fegt hat ne SA – Uniform an. Kein Witz: Brauner Anzug, schwarze Stiefel, Mütze, und ne rote Armbinde! Scheiße, ne SA – Uniform, das geht doch nicht!
Werd wohl mal das Bahnhofsmanagement auf seine Entnazifizierung überprüfen.

Typen wie Du und Ick!

Als ich vor etwa einem Jahr im mittlerweile schon geschlossenen Reichelt in der Voltastrasse arbeitete, hatte ich des Öfteren die Möglichkeit meine nicht zu knappe soziale Kompetenz unter Beweis zu stellen. So auch in folgender Situation.
Als ich gerade damit beschäftigt war Getränkekistenschleppenderweise die Getränkeabteilung auf Vordermann zu bringen tippt mir ein arg vollgepullerter und mindestens genauso arg vollgetrunkener Bursche auf die Schulter: „Mein Junge, pass mal uff, ick hab hier noch zwee Euro und weeß nich watt ick für’n Bier koofen soll. Normalerweise koof ick ja immer Stierbier im Netto, dit kost nur 22 Cent, dit habta aber nich. Kannste mir nich wat empfehlen wat billich is und ordentlich knallt?“ – „Klar!“ sagte ich und konnte ihm, da ich selbst passionierter Biertrinker bin, sofort Sternburg Export empfehlen. Zufrieden, und dankbar für meine Hilfsbereitschaft nahm mich der zottelige, und nach Lulu müffelnde Mann in den arm und sagte. „Du bist in Ordnung meen Junge! Wenn de mal inner Wollankstrasse bist, denn kommste am besten mal inne Molle, da sind nur Typen wie Du und ick!“

Verwirrt über die zweifelhafte Ehre machte ich Feierabend, und bin erst mal zum Frisör gegangen.

Helge Schneider in Berlin

Heute bis Freitag ist Helge Schneider täglich ab 20 Uhr zu Gast im Schillertheater.
Mit seiner Tour „Kampf im Weltall“ bleibt der lustige mittlerweile 50 jährige Komödiant und Jazzmusiker, auch zu Beginn seiner zweiten Lebenshälfte der Konzertbühne treu, und zeigt, dass er’s immer noch drauf hat. Karten gibts (sofern es noch welche gibt) unter anderem bei Koka36.

Surfpoeten

Die Surfpoeten sind eine Vereinigung junger Berliner Schriftsteller. Zu ihnen gehören Ahne, Tube, Spider, Stein, Robert Weber und DJ Lt. Surf. Diese treffen sich jeden Mittwoch ab 21Uhr im Mudd Club und lesen vor, was sie die Woche über geschrieben haben. Ihre Werke, von ihnen selbst Surfliteratur genannt sind meistens amüsante, aber in jedem Fall unterhaltsame Kurzgeschichten und Gedichte. Hier ist eine kleine Leseprobe von Ahne:

Eklat an der Wilhelm Pieck-Strasse (von den Nazis Torstraße genannt)

Der Fleischerimbiß an der Wilhelm-Pieck-Str. hat zugemacht. Da wo man Blutwurst mit Bratkartoffeln und Sauerkraut für 3 Mark 20 kriegte und ein lustiges Suppenterrinenschild über der Eingangspforte prangte, da ist jetzt nur noch eine unmenschliche Eisentür aus geschmolzenem Stacheldraht. Der ehemalige Verkäufer, ein beleibter, netter, unfreundlicher Mann, mit Sinn für das Wesentliche muß nun wahrscheinlich im Steinbruch dicke Brocken übereinanderstapeln. Man weiß es nicht, aber möglich ist das schon. Viele Menschen bleiben traurig vor der Tür stehen. Sie haben Hunger, doch jetzt gibt’s hier gar nichts mehr zu essen. Ein Haus weiter ist Burger King. Da kostet allein schon die Bullette mit Schrippe soviel, wie ein normaler Mensch im ganzen Monat nicht verdient. Nur die Reichen, die mit Edelsteinketten und goldenen Kopfhörern ausgestattet sind, dinieren hier und schauen verächtlich auf Fahrradfahrer in billigen Ersatzjeansimitaten herab. Sie können es sich leisten hier zu speisen, denn sie sind Ausbeuter, Fabrikbesitzer zumeist, haben zuhause Flugzeuge rumstehen und inzwischen auch brutale Schläger engagiert, die alles kaputtmachen was ihnen nicht paßt. Vielleicht haben die ja auch den beleibten, netten, unfreundlichen Mann mit dem Sinn für das Wesentliche bedroht, ihm vielleicht Kopfnüsse gegeben, damit der aufhört billiges Essen zu verkaufen. Man kann es nicht wissen, aber möglich ist das schon. Ich weiß wie weh solche Kopfnüsse tun. Früher in der Schule, da war bei uns auch so ein fieser Typ in der Parallelklasse, der hat immer so’ne Kopfnüsse verteilt. Das hat so weh getan, da hatten vor dem sogar die Lehrer immer Angst. Er hat ständig gute Zensuren gekriegt. Mal ‚ ne 1 in Mathematik, mal ne 2 in Russisch, dann wieder ne eins in Mathematik und so weiter. Dabei war der gar nicht so gut. Der konnte glaub ich noch nicht mal schreiben. Man weiß es nicht, aber möglich ist das schon. Der ist jetzt bestimmt auch so ein brutaler Schläger und steht in den Diensten eines Kapitalbesitzers. Da muß man sich doch langsam mal fragen, ob hier nicht einiges gewaltig schiefläuft. „Läuft hier einiges gewaltig schief?“ Ja, lautet die Antwort. So schief, daß man sich bequem irgendwo auf den Hosenboden setzten könnte und runterrutschen. Aber wohin geht’s da? Nach Hause sagt jemand aus der ersten Reihe. Falsch sage ich. Nach Hause is immer bei Mutti und da geht’s nämlich bestimmt nicht hin. Sondern, ich würde eher sagen, in den Abgrund, da wo böse Monster wohnen und wo’s ziemlich stinkt und wo Matsch rumliegt, da geht’s nämlich wahrscheinlich vielleicht hin. Man weiß es nicht aber möglich ist das schon.

„Warum setzt du immer so viele vielleicht und wahrscheinlich und möglich vor alles, was du sagst“ fragt wieder der Jemand aus der ersten Reihe. Ich glaube der Jemand ist ziemlich doof vielleicht. Es ist doch schließlich sonnenklar, daß wenn etwas in der Zukunft liegt oder in der Vergangenheit lag oder jetzt grade wo Gegenwart ist, daß da jedenfalls … das kann man doch wohl schreiben! Ist doch wohl meine Sache! Der soll nicht so blöd fragen! „Du bist bestimmt auch so einer von denen, die dem netten, beleibten, unfreundlchen Mann mit dem Sinn fürs wesentlich eine Kopfnuss gegeben haben, vielleicht!“ Man weiß es nicht, aber möglich ist das schon. Naja.

Jedenfalls werde ich solange kämpfen bis dieses System der Burger Kings und der nette, beleibte, unfreundliche Männer müssen dicke Brocken übereinanderstapeln in Grund und Boden vernichtet und mit Stumpf und Stiel, na ihr wißt schon vielleicht.

Grunewaldsee

Da ich selbst drei Hunde besitze, weiss ich wie wichtig eine ausrreichende Sozialisierung für das Verhalten des Vierbeiners ist. Aus diesem Grund kann ich allen Berliner Hundebesitzern empfehlen, ihren (freundlichen) Hund einzupacken, und an den Grunewaldsee am Jagdschloss Grunewald zu fahren. Zu jeder Tageszeit, ob werktags oder am Wochenende findet man dort hunderte gleichgesinnte Hundebesitzer, und natürlich deren Hunde, so dass sich der Vierbeiner ausgelassen mit seinen Artgenossen austoben kann.

Life of Agony in Berlin

Anlässlich des VISIONS 15THE ANNIVERSARY FESTIVAL geben sich die Jungs um Keith Caputo
mal wieder die Ehre, und rocken am 25.11.2005 die Columbiahalle. Doch damit nicht genug: Mit von der Partie sind außerdem die Deathpunklegenden Turbonegro sowie Mando Diao und einige andere namhafte Acts. Wird bestimmt ein lustiger Abend, ich bin auf jeden Fall dabei.

Kapitalismus.reloaded

Heute endete die internationale Konferenz Kapitalismus.reloaded die an diesem Wochenende in den Räumlichkeiten der Technischen Universität und der Humboldt Universität Berlin statt fand. Durch Zufall konnte ich mich auch zu den etwa 200 Teilnehmern zählen. Musste aber feststellen, dass es vielleicht klug gewesen wär, wenn ich mich im Vorfeld mit marxistischer Ideologie und den üblichen Termini auseinandergesetzt hätte, da uns Teilnehmern nicht gerade leichte Kost serviert wurde.

Gegenstand war der Blick auf die zerstörerische Verwertungslogik des Kapitals.
In Podien, Seminaren und Workshops wurde unter anderem über den Umbruch sozialer Sicherungssysteme, die Macht internationaler Finanzmärkte, aber auch die gesellschaftliche Situation der Bevölkerung aufsteigender Industrienationen (Schwerpunkt China) referiert und diskutiert. Unter dem Motto: „Hart in der Sache, aber solidarisch im Umgang.“ wurde außerdem über die Möglichkeiten internationaler Protestbewegungen debattiert.