Das Stadtbild Berlin

Berlin ist unaufgeräumt, kreativ, arm, aber total sexy. Als ich das erste Mal in Berlin war, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies nun die Hauptstadt von Deutschland sei. Warum? Berlin konterkariert das deutsche Wesen. Es ist genau das Gegenteil dessen, was man sich erwartet. Möglicherweise zeigt es nur die noch nicht verheilte Wunde der Stadt. Jedoch hat diese Wunde viel Potential. Sie lässt einen Möglichkeitsraum offen.

Berlin hat sich seit der Wende 1989 zur kreativen Metropole von Europa entwickelt. Viele junge Menschen aus der Kreativindustrie, aus Kunst und Kultur, strömen in die Stadt, um sich hier niederzulassen. Dies ist verbunden mit einem zweiten Strom von Menschen, nämlich den Touristen. Berlin ist zu einer Touristenmetropole geworden.

2 Tendenzen haben sich im Stadtbild manifestiert

Zum einen gibt es sehr viele Gedenkstätten zum 2. Weltkrieg. Es sind durchaus architektonisch sehr gut gestaltete Areale und Aussenanlagen, wie zum Beispiel die „Gedenkstätte Berliner Mauer“. Hierbei handelt es sich um einen informativ gestalteten Park, um ein Museum, auf dem Areal der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West im Bereich Bernauer Straße. Die Gedenkstätte ist 24 Stunden am Tag geöffnet und wird so Teil des Stadtmobiliars.

Zum anderen sind die Berliner liberal und legen auch selbst Hand an der Stadtgestaltung an. Da gibt es zahlreiche grüne Inseln vor den Häusern, die sich einfach jemand angeeignet hat, um dort Blumen zu pflanzen oder ein offenes Bücherregal aufzustellen. Da gibt es den Prinzessinnengarten, die Urzelle des Urban Gardening Trends, der sich weltweit ausgebreitet hat. Da gibt es aber auch für den Winter kleine selbstgestrickte Hauben für die Straßenpoller. Verblüfft bleibt man immer wieder stehen, und amüsiert sich über die Ideen und die liebevollen Details.

Berlin – ein experimenteller Möglichkeitsraum

Die Straßenräume von Berlin sind sehr breit. Dies setzt sich auch in den Gehsteigen weiter fort. Es ist durchaus üblich, einen sehr breiten Gehweg vorzufinden. Oft sind diese in einem schlechten Zustand, aber es hindert die Bewohner nicht, sich diesen Raum anzueignen. Fast jedes Lokal und jedes Geschäft drängt auch in den Außenraum auf die Straße und „bepflanzt“ den Aussenraum mit Stühlen, Tischen und anderen Sitzgelegenheiten. Dadurch wirkt Berlin sehr belebt, fast wie eine einzige Partystadt. Hier wird die direkt Arte der Berliner Seele auch im „Bild der Stadt“ umgesetzt. Nichts bleibt verborgen, alles ist lebendig, flüssig und humorvoll, auch das Stadtmobiliar. Vielfältige Lösungen für öffentliche Stadtgestaltung findet man bei www.ziegler-metall.de.

Natürlich gibt es auch das reiche Berlin. Als europäische Metropole und Sitz der deutschen Regierung sind diese Splitter in der Gesellschaft durchaus auch vorhanden. Räumlich manifestiert hat sich das reiche Berlin durch den Potsdamer Platz und wenig Sitzgelegenheiten. Hier ist das Kapital durch die Hochhäuser repräsentiert und lässt einen zugleich ahnen, wo die wirkliche kapitalistische Hauptstadt von Deutschland liegt: denn Berlin ist flach, kaum ragt ein Hochhaus aus der Silhouette der Stadt. Berlin ist das sympatische, liberale, partizipative, verwundete Herz. Berlin ist ein experimenteller Möglichkeitsraum, auch in der Außenraumgestaltung. So soll es auch bleiben.